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Keine Entschädigung: Wegen Warteschlange Flieger verpasst.

Wenn Fluggäste aufgrund von Wartezeiten am Gate ihren Flug verpassen, so haben diese, laut einem BGH-Urteil, kein Anrecht auf eine Entschädigung. Muss ein Passagier zu lange vor dem Check-In warten und verpasst dadurch seinen Flug, kann dies nicht als „Verweigerung der Beförderung“ gewertet werden.

Der Reisende kann in einem solchen Fall keine Entschädigung nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung fordern, erläutert die D.A.S. unter Berufung auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH, Az. X ZR 83/12). Weiterhin stellte der BGH fest, dass weder eine Flugannulierung, noch eine große Verspätung im Sinne der Verordnung stattgefunden hätten. Auch eine „Nichtbeförderung“ komme in diesem Fall nicht zum Tragen, da dies nur zutrifft, wenn sich die Fluggesellschaft weigere einen Fluggast mitzunehmen, der zum Abflug am Flugsteig bereit stehe.

Im konkreten Fall, der dem BGH vorlag, wollte ein Fluggast um 11.15 Uhr seinen Flug antreten. Allerdings war er zu dieser Zeit noch weit entfernt vom Flugsteig, da er vor dem Check-In in der Warteschlange stand. Und das, obwohl er an diesem Tag bereits um 8 Uhr am Flughafen gewesen war! Der Mann konnte erst gegen 14 Uhr sein Gepäck aufgeben und verpasste dadurch seinen Flieger. Die verlangte Entschädigung von 400 Euro nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung wurde ihm aus oben genannten Grund verwehrt.